Simon-Eberhard, Max. 9 Fotoalben. 1935-1947.
9 Fotoalben mit maschinenschriftlichen, aufklappbaren Legendenstreifen. 1935–1947.
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Beschreibung
Simon-Eberhard, Max. 9 Fotoalben. 1935-1947.
Neun großformatige Alben (29 × 28,3 cm) mit rund 1.370 Originalfotografien, jeweils auf Karton montiert.
- Album 1 (1935–1937, teils 1941): 203 Fotografien (6 fehlen). Reise ab 1935 über Ceylon (Colombo, Dehiwala), Port Said, Cairo mit den Pyramiden von Gizeh, Sudan (1937), Marseille, Barcelona, Gibraltar, London (Armistice Day 1935). Ergänzend später: Baden-Baden, Oxford, Salzburg (Ostern 1941), Kraiburg, Neumarkt St. Veit.
- Album 2 (1937): 82 Fotografien. Indien: Bombay (Malabar Hill), Agra (Taj Mahal, Rotes Fort, Itimad-ud-Daula, Sikandra), Delhi, Kashmir (Srinagar), Khyberpass in Richtung Afghanistan.
- Album 3 (1938): 79 Fotografien. Kashmir (Srinagar), Afghanistan (Paghamangebirge, Kabul).
- Album 4 (1938–1939): 108 Fotografien. Kashmir, Fatehpur Sikri, Chambal-Fluss, Gwalior, Pandu Lena, Nasik, Asmara (Eritrea).
- Album 5 (1939–1940): 220 Fotografien. Italienisch-Ostafrika: Massaua, Koptenkloster Bizen (Eritrea), Mogadischu, Bengasi, Kabul; anschließend Rom.
- Album 6 (1940–1941): 189 Fotografien (1 fehlt). Italien: Rom, Orvieto, Mailand, Pisa; Österreich: Salzburg.
- Album 7 (1941–1942): 168 Fotografien (2 fehlen). Altötting, Capri.
- Album 8 (1942–1944): 157 Fotografien (16 fehlen). Gardasee, Riva, Potsdam, Eisenach.
- Album 9 (1944–1947): 165 Fotografien (11 fehlen). Freiburg, Überlingen, Konstanz, Würzburg.
Max Friedrich Heinrich Simon-Eberhard (* 5.7.1886, Breslau; † 13.8.1966, Stuttgart), Oberst a. D., Militärberater, Verleger und Weltreisender. 1932 nahm er den Doppelnamen Simon-Eberhard an. Nach einer Offizierslaufbahn im Kaiserreich und im Ersten Weltkrieg war er von 1929 bis 1931 Militärberater in Nanking und gründete anschließend in Shanghai die deutschsprachige Deutsche Shanghai-Zeitung. Als er sich weigerte, das Blatt den Vorgaben der NS-Auslandsorganisation anzupassen, kam es 1935 zu Konflikten, die seine Rückkehr nach Deutschland erzwangen. Von 1937 bis 1939 wirkte er als Militärinstrukteur in Afghanistan. Auf der Heimreise im Sommer 1939 wurde er jedoch vom Ausbruch des Zweiten Weltkriegs überrascht und mit dem Schwergutfrachter SS Lichtenfels nach Massaua (Eritrea) gebracht. Dieses legendäre Schiff der DDG Hansa, 1929 gebaut und für seine gewaltigen Schwergutkräne berühmt, war im Oktober 1939 von britischen Streitkräften in das italienische Kolonialgebiet abgedrängt worden. Dort wurde Simon-Eberhard interniert, eine dramatische Episode seines Lebens. Die Lichtenfels selbst wurde im April 1941 von der eigenen Besatzung im Hafen von Massaua versenkt, um den Zugang für die Royal Navy zu blockieren. Simon-Eberhard konnte 1940 schließlich durch die Wehrmacht per Luftweg nach Deutschland zurückgeführt werden. Dort wurde er in der Rüstungsindustrie sowie später als Leiter einer Geschäftsstelle der Gothaer Versicherung eingesetzt. Nach Kriegsende lebte Simon-Eberhard zunächst in Eisenach, Mariental 44 (Sowjetische Besatzungszone). Von dort floh er nach Berlin (West), bevor er am 13. März 1953 offiziell nach Stuttgart übergesiedelt wurde. Ein Vorgang, der in den Wiedergutmachungsunterlagen ausdrücklich als „Sowjetzonenflüchtling“ vermerkt ist. In Stuttgart war er zunächst im Feuerbacher Weg 206 gemeldet, später in der Vogelsangstraße 91. Seine weiteren Jahre waren geprägt von wiederholten Wiedergutmachungsverfahren, um die politischen und wirtschaftlichen Schäden aus seiner Zeit in Shanghai geltend zu machen.
Seine über 1370 Fotografien umfassenden Alben dokumentieren diese außergewöhnliche Lebensreise von Deutschland unter anderem nach Indien, Afghanistan und Italienisch-Afrika bis ins Nachkriegsdeutschland. Ein Gruppenfoto vom Regimentstreffen des Feldartillerie-Regiments 62 am 15.September 1935 in Osnabrück, in dem Simon-Eberhard eindeutig als Teilnehmer bezeichnet wird, belegt zugleich seine frühere militärische Zugehörigkeit. Besonders überzeugend ist die Provenienz dadurch gesichert, dass Fotos auf der Rückseite den originalen Besitzerstempel „Max Simon-Eberhard“ tragen. Ebenfalls sind Fotografien enthalten, die eindeutig mit seiner Biographie korrespondieren, etwa die Aufnahme des Regimentstreffens von 1935, auf der er selbst mit der handschriftlichen Notiz „Ich, eben zurück aus China“ bezeichnet ist. Zudem decken sich zahlreiche Bildmotive und Reiseetappen exakt mit den in seiner Wiedergutmachungsakte dokumentierten Stationen in Shanghai, Afghanistan und Italienisch-Afrika. Ein seltener Fall, in dem private Fotodokumentation und amtliche Überlieferung einander wechselseitig bestätigen.
Beigegeben ist ein vollständiger Ausdruck der im Staatsarchiv Ludwigsburg verwahrten Wiedergutmachungsakte Max Simon-Eberhards sowie eine Kopie seiner im Stadtarchiv Stuttgart befindlichen Sterbeurkunde (1966). Die Originale liegen in den genannten Archiven; sämtliche Rechte liegen dort. Bei einer Vervielfältigung oder weiteren Veröffentlichung ist die Zustimmung der jeweiligen Archive erforderlich.
Zustand: Fotoalben stellenweisen bestoßen und fleckig. 36 Fotos wurden herausgelöst.
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